Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinden Strelitzer Land · Kiefernheide · Kratzeburg

19.07.26 – ORGELSOMMER III „Bach & Jazz“

Sonntag, 19.07.26, 17 Uhr, Stadtkirche Neustrelitz

Eintritt frei!

Duo ALTER EGO:
Birgitta Flick – Tenorsaxophon
Annekatrin Flick – Violoncello

Alter Ego (© Petra Moser)

Mehr als die Summe aller Teile: Musikalische Genregrenzen verwischen und neue Klangwelten entstehen, wenn die Zwillingsschwestern Birgitta und Annekatrin Flick in einen ganz persönlichen instrumentalen Dialog zwischen alter Musik und neu entstehender Improvisation treten. Dabei trifft mit Johann Sebastian Bachs „Sechs Suiten für Violoncello solo“ auch eines der bedeutendsten Werke des Barocks auf die grenzenlose Vielfalt der Jazz-Standards des Great American Songbooks. In sich vollkommen, werden die Suiten durch ihre zeitlos klare Architektur und Bachs Einfallsreichtum in Motivik, Harmonik oder mitunter polyphoner Stimmführung zum idealen Ausgangspunkt für improvisatorische Exkurse des Tenorsaxophons. Barock und Jazz verbindet u.a. die Arbeit mit den Spannungsfeldern zwischen Puls, groove und dem freien Umgang mit Zeit, Rhythmus oder Harmonik – zwischen Komposition und Improvisation. Durch seine klangliche Nähe zum Cello wirkt das Kommentieren, Reagieren oder Zuhören des saxophonistischen alter egos wie ein Spiel mit Ein- und Zweisamkeit. In diesem Eins- und Zweisein rückt so manches musikalisch in ein anderes Licht, ohne dass auch nur eine Note der Suiten verändert wird.

www.annekatrinflick.at
www.birgittaflick.com

Annekatrin Flick beendete ihr Violoncellostudium bei Ramon Jaffé in Dresden mit Auszeichnung, es folgten Studien in Oslo bei Truls Mørk als Stipendiatin des DAAD und der Albert-Eckstein-Stiftung. Wettbewerbserfolge beim Internationalen Cellowettbewerb Liezen, Verfemte Musik in Schwerin oder Jugend Musiziert, Meisterkurse bei Ralph Kirshbaum, Andrew Manze oder dem Ensemble Modern, sowie diverse Orchestererfahrungen (Norwegisches Kammerorchester, Oslo Philharmonic, Oper Zürich, Bayreuther Festspielorchester) zeichneten ihren musikalischen Weg. Seit 2013 ist sie festes Mitglied im Bruckner Orchester Linz/BOL und setzt ihre Kammermusikbegeisterung sowohl konzertierend in wechselnden Formationen und dem eigenen Trio Lentrias um, als auch in der Gestaltung von Konzertformaten für die Orchesterwerkstatt des BOL (Kuscheltierkonzerte) oder für die Kulturhauptstadt Salzkammergut Bad Ischl 2024.

Birgitta Flick studierte Saxophon am Jazz-Institut Berlin (UdK/HfM „Hanns Eisler“) und Komposition am Royal College of Music in Stockholm. Sie arbeitet international mit eigenen Gruppen in Berlin, Stockholm, Wien und New York City, sowie als Komponistin für und mit Ensembles wie dem Stockholmer Vokalensemble VoNo (cond. Lone Larsen) oder Lux:NM aus Berlin. Ihre künstlerische Arbeit wurde u.a. mit dem Deutschen Jazzpreis 2025 in der Kategorie „Komposition/Arrangement des Jahres“ ausgezeichnet und ist durch eine umfangreiche Diskographie sowie eine Chorausgabe beim Gehrmans Musikförlag in der Reihe #swedishchoralmusic dokumentiert. Sie experimentiert gern mit interdisziplinären Formaten und entwickelte 2023 zusammen mit Milana Novčić, Nina Perovic und Thomas van Walle die audiovisuelle Performance Reconnecting (with) Traces für die Moderna Galerija in Podgorica. 2025 wurde sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit einer Dissertation in künstlerischer Forschung im Bereich Komposition und Improvisation promoviert.